Luftbild Sudedendeutsches Museum

DIE LEITIDEE

Das Museum soll die vielfältige und wechselvolle Geschichte der Deutschen in den Böhmischen Ländern von den Anfängen an erzählen und als Lehrstück europäischer Geschichte fruchtbar machen. Die zentrale Leitidee des Museums lautet „Zusammenleben“. Damit stehen die Phasen und Formen der deutsch-tschechisch-jüdischen Kultursymbiose ebenso zur Diskussion wie die Störungen und letztlich der große Bruch durch Vertreibung, die Wege in der neuen Heimat in der Nachkriegszeit und die Neuanfänge nach 1990.

Das Museum wird den Sudetendeutschen der Erlebnisgeneration Erinnerung und eigene Zugänge ermöglichen. Es öffnet aber auch der zweiten und dritten Generation der Sudetendeutschen und der Tschechen, anderen Heimatvertriebenen, vor allem aber den allgemein Geschichtsinteressierten Wege zur Vergangenheit wie zur Gegenwart und Zukunft europäischen Zusammenlebens. Das Museum wird ein spannender Lernort für Schüler und Schülerinnen und ein lebendiger Begegnungsort. Es wird ein Forum bürgerschaftlicher Gruppen und Fachleute für Gespräche über Beziehungen, die lange unterbrochen waren. Als ein Zentrum mitteleuropäischer Zusammenarbeit wird es zur europäischen Integration beitragen.

Das Museum lebt von der Präsentation originaler Objekte der Vergangenheit; hervorragende Realien sind für seine Attraktivität unabdingbar. Daher sollen klassische museale Präsentation und multimediale Darstellungsform verknüpft werden. Ziel der digitalen Komponente, die dem Einzelschicksal große Bedeutung zumessen wird, ist die mehrdimensionale Rekonstruktion von verlorener und neu gewonnener Heimat. In einem Modellprojekt sind mit Hilfe von Google Earth und Webcams heutige Landschaften und Orte ins Museum zu holen, die durch historische Fotos und eine Vielzahl weiterer Informationen aus der zu erstellenden Datenbank ihre höchst lebendige historische Dimension erhalten. Die Betroffenen können an dem Museum durch Informationen „mitbauen“. Die besondere Verbindung von Themen, Objekten und Datenbank gibt es bisher bei keinem der Museen nach § 96 Bundesvertriebenengesetz und auch bei keinem der Münchner historischen Museen. Sie orientiert sich an großen nationalen und internationalen Dokumentations- und Museumsprojekten Die Medien sollen die Objekte zum Sprechen bringen, die Objekte die museale Schaulust befriedigen. So kann das Haus auch in der Münchner Museumslandschaft einen unverwechselbaren Platz einnehmen.