Das Konzept für das zukünftige „Sudetendeutsche Museum“ muss das institutionelle Umfeld des gesamten Areals Hochstraße 2, 4, 8 sowie des „Hauses des deutschen Ostens“ am Lilienberg in den Blick nehmen. Es besteht hier die einzigartige Chance, eine überzeugende Gesamtlösung zu verwirklichen, die neue Möglichkeiten bietet. Es geht dabei um fünf Bereiche, die im Rahmen des Forums von Bedeutung sind.
1. Sammeln und bewahren:
Im Museumsdepot und im Archiv werden Objekte und Unterlagen aus Nachlässen, Heimatstuben etc. bewahrt, ein angemessener Ankaufetat ermöglicht den Ankauf weiterer repräsentativer Originalobjekte.
Eine umfassende Datenbank, ein „digitales Archiv der Erinnerung“, ist integraler Teil des Museums. Hier wird eine breite Palette von geografischen, biografischen und familien-geschichtlichen Informationen dokumentiert und den Besuchern des Museums zugänglich gemacht.
2. Lesen und forschen
Die Bibliotheken und das Sudetendeutsche Archiv bieten Besucherinnen und Besuchern des Museums, interessierten Laien und spezialisierten Forschern die Möglichkeit, sich über Kultur und Geschichte zu informieren. Institutionen wie das Collegium Carolinum oder der Adalbert Stifter Verein forschen und publizieren zur Geschichte der Böhmischen Länder.
3. Informieren, ausstellen und bewegen
Das neue „Sudetendeutsche Museum“ wird über eine Ständige Ausstellung (etwa 1400 Quadratmeter) verfügen, die herausragende, aussagekräftige Objekte zur Geschichte der böhmischen Länder zeigt. Durch die multimediale Präsentation von Bildern, Daten, Geschichten bleibt sie attraktiv und wandelbar. Wechselausstellungen (300 bis 600 Quadratmeter) widmen sich unterschiedlichen Aspekten der sudetendeutschen Geschichte. In einem großen Multimediabereich (rund 445 Quadratmeter) werden Landschaften sinnlich erfahrbar und Räume begreifbar. Die Angebote sollen die Besucher in das Museum hineinziehen, faszinieren und neugierig machen.
4. Sich begegnen und miteinander sprechen
Im Rahmen des Forums finden Konferenzen, Vorträge und Seminare statt, landsmann¬schaftliche Treffen, museumspädagogische Angebote, Konzerte, Theater und Film. Es wird ein Böhmisches Museumsrestaurant und einen weiteren Gastronomie¬bereich geben, mit herrlichem Blick über München. In den geplanten Gäste- und Stipendiaten¬häusern in der Hochstr. 2 und 4 können Gruppen und Forscher aus Bayern und Tschechien günstig Quartier finden, es ist ein Ort für Lehrerfortbildung und die Begegnung bürgerschaftlicher Gruppen.
5. Veranstalten, Fördern und Ermöglichen
Die Sudetendeutsche Stiftung, der Adalbert Stifter Verein, das Sudetendeutsche Archiv und andere, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, der Kulturreferent für die Böhmischen Länder, die Sudetendeutsche Landsmannschaft, der Bund der Vertriebenen, das Haus des Deutschen Ostens, die Museumsleitung mit Veranstaltungsbüro, sie alle betreiben Kulturpflege, organisieren und ermöglichen.
Ziel des „Forum“- Konzeptes ist es, das neue Museum und seine Aktivitäten eng mit den bestehenden Einrichtungen zu verbinden, Bewährtes zu integrieren, den beteiligten Institutionen neue Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten und sie zu einer stärkeren Zusammenarbeit motivieren. Alle Beteiligten sollen unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit von den neuen Möglichkeiten profitieren und sich auch besser über ihre Vorhaben austauschen. Es soll so auch eine Vielzahl neuer Besucher und Besuchergruppen für das Haus gewonnen werden. Es geht um Konzepte für die kommenden zehn bis zwanzig Jahre: An diesem zentralen Ort in München sollen ein Museum und ein Kulturzentrum der Vertriebenen entstehen.